Kirstin-Diehl-Stiftung unterstützt Forschungsprojekt

Studie zur Verringerung der Metastasierung bei Hautkrebs

Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Massing, Leiter der Abteilung Lipide Liposomen, Klinik für Tumorbiologie
Prof. Dr. rer. nat. Gerd Bendas, Pharmazeutisches Institut Pharma-zeutische Chemie II, Universität Bonn


Muss sich ein Patient durch Krankheit oder Unfall einer Operation unterziehen, wird zur Vermeidung einer Thrombose meist Heparin gegeben – üblicherweise täglich mit einer kleinen Spritze direkt in die Bauchdecke. Heparine werden seit Jahrzehnten als Standard für die antithrombotische Therapie betrachtet, denn sie vermindern die Gerinnung durch einen zentralen Eingriff in die sehr komplexen Abläufe bei der Blutgerinnung, der sogenannten Gerinnungskaskade.

Seit längerem ist bekannt, dass auch die Metastasierung von Tumorzellen in einem gewissen Umfang durch Heparin vermindert werden kann. Bei der Metastasierung laufen ähnliche Prozesse wie bei der Gerinnung ab, allerdings sind jetzt im Blut befindliche Krebszellen beteiligt, die mittels bestimmter Moleküle auf der Oberfläche an weiße Blutkörperchen und an die Wände von Blutgefäßen binden. Diese Prozesse sind die Voraussetzung für die Krebszellen, dass sie die Blutgefäße verlassen können, um  – fernab vom ursprünglichen Tumor – neue Tochtergeschwülste auszubilden. So verwundert es nicht, dass auch durch Krebszellen eine Thrombose ausgelöst werden kann und es ist Tatsache, dass viele Tumorerkrankungen überhaupt erst nach Auftreten einer Thrombose entdeckt werden.

Eine Krebsart, die zu rascher Metastasenbildung neigt, ist das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs. In Studien, die gemeinsam von der Klinik für Tumorbiologie und der Universität Bonn durchgeführt wurden, konnte an isolierten Hautkrebszellen gezeigt werden, dass insbesondere bei diesen Krebszellen durch Heparin die Bindung an die Wände von Blutgefäßen (Endothelzellen) sowie die Bindung an weiße Blutkörperchen stark vermindert werden kann.

Gefördert von der Stiftung Kirstins Weg wird jetzt an der Klinik für Tumorbiologie eine klinische Studie vorbereitet, bei der untersucht wird, ob eine langfristige Gabe von Heparin tatsächlich die erhoffte Verminderung der Metastasierung bei Patienten mit Hautkrebs ermöglicht. Dabei soll die Gabe von Heparin mit weiteren antimetastatischen Prinzipien kombiniert werden. Zum Einsatz kommen hierbei bestimmte Lipide. Im Rahmen der  Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Tumorbiologie und der Universität Bonn konnte bereits gezeigt werden, dass durch die zusätzliche Gabe dieser Lipide die Metastasierung noch weiter verringert werden kann.   

Die Studie soll ab Sommer 2010 in der Klinik für Tumorbiologie beginnen. Mit Hilfe der Kirstin Diehl-Stiftung wird in einem ersten Schritt der Prüfplan erstellt. Anschließend soll ein Pharmapartner für die Bereitstellung des Heparins gefunden und die notwendige Laboranalytik aufgebaut werden.

kdforschungsprojekt

Bestimmte Moleküle auf der Zell-oberfläche binden an weiße Blutkörperchen und an die Wände von Blutgefäßen. Diese Prozesse sind die Voraussetzung für die Krebszellen, die Blutgefäße zu verlassen, um – fernab vom ursprünglichen Tumor – neue Tochtergeschwülste auszubilden.

 

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Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Massing
Leiter der Abteilung Lipide Liposomen,
Klinik für Tumorbiologie

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Prof. Dr. rer. nat. Gerd Bendas
Pharmazeutisches Institut Pharma-zeutische Chemie II,
Universität Bonn

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