Informationsquelle Biomarker

Wie wirkt ein neues Medikament - und wie verträglich ist es?

Dr. Ute Zirrgiebel, Klinische Biomarker ProQinase GmbH
Dr. Joachim Drevs, Oberarzt Klinik für Tumorbiologie

Grundlage für die Entwicklung eines neuen Therapieverfahrens gegen Krebs ist die genaue Kenntnis des Tumorwachstums und der daran beteiligten Faktoren. Erst mit diesem Wissen kann nach einem Wirkstoff gesucht werden, der in der Lage ist, gezielt in das Zusammenspiel der Tumorfördernden Mechanismen einzugreifen. Erste wichtige Aussagen, ob und wie der Körper auf ein Krebsmedikament reagiert, geben die so genannten Biomarker und die Tumormarker.

Nachdem ein neuer Wirkstoff im Labor erfolgreich getestet wurde, kann die erste klinische Studie, die unter strengen Kontrollen stattfindet, beginnen. Um möglichst viele und möglichst genaue Daten über das Medikament zu gewinnen, sind zusätzliche Untersuchungen nötig. Dabei nimmt die Kontrolle der Blutwerte eine zentrale Stellung ein. Sie ermöglicht zum einen Aussagen über die Aufnahmegeschwindigkeit, Konzentration und Verweildauer des Wirkstoffs im Körper (Pharmakokinetik). Zum anderen liefert das Blut – beispielsweise durch die Bestimmung der Leberwerte - auch Informationen über die Verträglichkeit der Substanz.

Inzwischen weiß man jedoch, dass uns das Blut noch mehr zu „erzählen" hat. Den Forschern ist es gelungen, wichtige Faktoren zu identifizieren, die ein (erneutes) Wachstum des Tumors anzeigen können. Diese so genannten Tumormarker sind heute ein wichtiger Bestandteil von Kontrolluntersuchungen bei klassischen Tumortherapien wie zum Beispiel der Chemotherapie.

Bei neuen Therapieansätzen wie zum Beispiel der Anti-Angiogenese werden im Rahmen klinischer Studien Biomarker eingesetzt. Diese geben Auskunft über die biologische Entwicklung des Tumorwachstums. Biomarker ermöglichen, dass unmittelbar nach der Einnahme eines Medikaments dessen Aktivität im Blut abgelesen werden kann. Daraus kann man schlussfolgern, ob es im Patient eine Wirkung hervorruft. Schon heute spielen Biomarker eine wichtige Rolle bei klinischen Studien mit neuen Krebsmedikamenten. Bei der klassischen Therapie (Chemotherapie) wird die Dosierung des Medikaments über die Nebenwirkungen ermittelt. Das heißt, es muss der schmale Grat gefunden werden, auf dem das Medikament Wirksamkeit zeigt und die Nebenwirkungen für den Patienten noch erträglich sind. Da neue Therapieansätze in der Regel nebenwirkungsarm sind, muss hier die für den Patienten richtige Dosis auf anderem Wege ermittelt werden. Hier liefern Biomarker wichtige Daten über die Aktivität der neuen Substanz im Blut.

Für die Zukunft besteht die Hoffnung, dass Biomarker in der Lage sind, Erfolg oder Misserfolg einer Therapie schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt vorhersagen zu können. Das heißt, sie liefern dem Arzt Anhaltspunkte, ob ein Patient von dieser Behandlung profitieren wird oder besser ein anderes Therapiekonzept zur Anwendung kommen sollte.

 

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Dr. Joachim Drevs
Oberarzt
Klinik für Tumorbiologie

 

Tumormarker

Als Tumormarker werden Stoffe bezeichnet, deren Nachweis - beziehungsweise deren erhöhte Konzentration - im Blut einen Zusammenhang mit dem Vorhandensein und/ oder dem Verlauf von bösartigen Tumoren aufweisen kann.
Diese Tumormarker sind jedoch nicht zwangsläufig mit dem Auftreten eines Tumors verbunden und können in geringen Mengen (Normalbereich) auch bei gesunden Menschen vorkommen. Tumormarker eignen sich besonders für die Verlaufskontrollen von bekannten Tumorleiden. Weniger sind sie als Suchmethode zur Erstdiagnose eines Tumors geeignet. Beim Darmkrebs ist der Tumormarker CEA (carcino-embryonales Antigen) besonders hilfreich.
Beim Magenkarzinom sind dies die Tumormarker CEA (carcino-embryonales Antigen), CA 72-4 und CA 19-9 (CA= cancer antigen).

Quelle: www.krebshiffe.de

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