Rehabilitation nach Pankreas Operation

Hilfestellung für individuellen Umgang mit der Erkrankung


Dr. med. Andreas Mumm

Chirurgische und internistische Therapien beim Pankreaskarzinom bedürfen zumeist begleitender, unterstützender und rehabilitativer Maßnahmen. Dadurch sollen körperliche Erkrankungs- und Therapiefolgen behandelt, die seelische Auseinandersetzung mit der Tumorerkrankung unterstützt und die aktive Teilnahme am Alltagsleben gefördert werden. Wurde eine Operation durchgeführt, stellen sich mehrere Fragen: Konnte der Tumor rehabilitationganz entfernt werden oder beschränkte sich die Operation darauf, vom Tumor ausgehende Gefahren zu mindern? Wurde der Verlauf der Magen-/Darmpassage verändert? Nach einer Operation muss erst wieder ein Kostaufbau stattfinden. Dies stellt einen Prozess dar, in dem gemeinsam mit dem Patienten herausgefunden werden muss, welche Speisen akzeptiert und vertragen werden. Eine Stabilisierung des Körpergewichts bedeutet dabei schon einen Erfolg. Essen erfordert von den Betroffenen häufig Anstrengung und Disziplin. Richtiger Appetit, Lust am Essen oder Heißhunger sind in den meisten Fällen unrealistisch hohe Ziele. Zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden oder Schmerzen sind Medikamente notwendig.

Während der Akutbehandlung standen die unmittelbaren Behandlungsmaßnahmen meistens ganz im Vordergrund der Wahrnehmung und des Denkens der Betroffenen. Später, während der Rehabilitationsphase sind andere Fragen von Bedeutung: Was bedeutet die Erkrankung für meine Zukunft? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es im Falle einer Wiederkehr der Erkrankung? Welche Bedeutung könnten komplementäre oder alternative Therapieverfahren für mich haben?

Eine Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung betrifft alle Lebensbereiche und verändert die Sicht auf das Leben. Die individuellen Möglichkeiten im Umgang mit der Erkrankung und bei der Suche nach einer inneren Haltung sind von Patient zu Patient sehr verschieden. Es ist Aufgabe aller Therapeuten, besonders aber der Psychoonkologen, den Betroffenen dabei zu helfen, die jeweils geeignete individuelle Strategie zu finden. Beratung und Information sind wichtige Bestandteile der Rehabilitation und der Krankheitsauseinandersetzung. Im Blickfeld der therapeutisch und pflegerisch Tätigen sollte aber nicht nur der Betroffene stehen, sondern auch dessen Familie, Freunde und das übrige soziale Umfeld. Neben die Erkrankung tritt oft die Sorge um die materielle Absicherung. Die Beratung und Unterstützung, zum Beispiel bei Fragen des Renten- oder Sozialrechts haben deswegen einen hohen Stellenwert.

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Dr. med. Andreas Mumm
Oberarzt
Klinik für Onkologische
Rehabilitation und Nachsorge
Klinik für Tumorbiologie

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