Mammographie Screening – erste positive Bilanz

Bessere Heilungschancen durch Früherkennung


Barbara Riess

Lange Zeit wurde das Mammographie-Sreening-Programm in Deutschland heftig diskutiert und oft skeptisch beäugt. Nach Vorlage der ersten Daten dürften nun auch die Skeptiker eines Besseren belehrt worden sein. Am 21. September diesen Jahres legten der Gemeinsame Bundesausschuss und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie erstmals einen Evaluationsbericht vor. Dieser widerlegt die Zweifel am medizinischen Nutzen des in Deutschland seit 2005 angebotenen Screening-Programms und unterstreicht anhand von belastbaren Daten den Mehrwert für alle Frauen, die an dem Programm teilnehmen. „Das in Deutschland flächendeckend eingeführte Screening ist das derzeit bestverfügbare Instrument, um bei Frauen eine Brustkrebs-Erkrankung möglichst frühzeitig zu entdecken und damit durch eine schnelle und zielgerichtete Behandlung die Heilungschancen zu verbessern“, sagte Dr. Rainer Hess, Unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Laut Bericht liegt der Anteil der invasiven Karzinome von einer maximalen Größe bis 10 Millimeter bei gut 30 Prozent. Vor Einführung des Mammographie-Screenings waren es nur rund 14 Prozent. Bei mehr als zwei Drittel (76,7 Prozent) aller im Programm entdeckten invasiven Karzinome wären die Lymphknoten noch nicht befallen. Vor dem Screening lag der Wert mit 49 Prozent deutlich darunter. Moderne Therapien und ein qualitativ hochwertiges Screening ermöglichen es, dass inzwischen Frauen mit Brustkrebs deutlich bessere Heilungschancen haben als noch vor einigen Jahren. Wird der Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt, liegt die Heilungsrate bei gut über 80 Prozent.

Dass das Screening inzwischen auf gute Resonanz stößt, belegt eine weitere Studie, die von der Frauenselbsthilfe nach Krebs und der Women’s Health Coalition (WHC) durchgeführt wurde und deren Ergebnisse bereits im Juni diesen Jahres anlässlich des Senologie- Kongresses veröffentlicht wurden. 66 Prozent der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die alle zwei Jahre per Post zu der Röntgenuntersuchung eingeladen werden, nehmen an der Früherkennungsuntersuchung teil. Mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Untersuchung sind 90 Prozent so zufrieden, dass sie auch beim nächsten Mal wieder mitmachen wollen, 89 Prozent würden die Untersuchung auch einer Freundin oder Bekannten empfehlen. An der Befragung nahmen 3.226 Frauen teil. „Wir haben aber gleichzeitig auch ein großes Wissens- und Informationsdefizit bei den Frauen festgestellt“, erklärte Hilde Schulte, die während ihrer Amtszeit als Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe die Studie mitinitiiert hatte. „Mehr als jede zweite von ihnen glaubte, dass mit dem Screening Brustkrebs verhindert werden kann. Das ist mit einer Untersuchungsmethode natürlich nicht möglich. Hier ist insgesamt noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.“

 

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Barbara Riess
Kommunikation und
Öffentlichkeitsarbeit
Klinik für Tumorbiologie

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