Port-a-Cath-Systeme für die sichere Durchführung der Krebstherapie

Ein Port ist ein vollständig einpflanzbarer, zentralvenöser Verweilkatheter mit einem durch die Haut punktierbaren Reservoir (Kammer) aus Titan oder Kunststoff. Die Oberseite der Portkammer besteht aus einer Silikonmembran, die durchstochen wird, um den inneren Hohlraum mit direkter Verbindung zum Katheter zu erreichen.

Die Portkammer wird auf dem großen Brustmuskel unterhalb des Schlüsselbeins fixiert (meist rechts, gelegentlich aus anatomischen oder operationstechnischen Gründen auch links). Der angeschlossene Katheter liegt mit der Spitze kurz vor dem rechten Herzvorhof. Die Membran verhindert Flüssigkeitssaustritte aus dem Inneren des Ports und fixiert die Punktionsnadel. Erste Systeme dieser Art wurden in den achtziger Jahren in den USA verwendet.

Buss 1 2015 Bild 1 kleinHeutzutage gibt es sehr unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller; die wichtigste Neuerung stellt der sogenannte „Hochdruckport“ dar, der auch für Kontrastmittelinjektionen für radiologische Zwecke benutzt werden kann. Die Implantation erfolgt in örtlicher Betäubung oder Kurznarkose. Für die Einführung des Katheters stehen verschiedene Venen der oberen Körperhälfte zur Verfügung.  Nach erfolgreicher Operation erhält der Patient einen „Port-Pass“, dem spätere Benutzer die wichtigsten Daten entnehmen können. Wichtig ist der Pass auch für die Flughafenkontrolle, da die meisten Ports Metall enthalten.

Der Vorteil gegenüber nur teilweise eingepflanzten Systemen (z.B. Hickman-Katheter) besteht darin, dass der Patient in keiner Weise eingeschränkt ist; Schwimmen und andere sportliche Aktivitäten können in vollem Umfang fortgesetzt werden. Portsysteme dürfen bis zu 2000mal punktiert werden und sind somit – bei guter Pflege und regelmäßiger Spülung - jahrzehntelang benutzbar. Zur Punktion durch die Haut werden speziell geschliffene, nichtstanzende Grippernadeln verwendet, die bis zu 10 Tagen belassen werden können.  Wird der Port eines Tages nicht mehr benötigt, kann er problemlos entfernt werden.

Buss 1 2015Bild 2 kleinWie bei jedem operativen Eingriff am Menschen, gibt es auch bei der Portimplantation mögliche Komplikationen. Man unterscheidet hier zwischen den Komplikationen während der Operation und den später auftretenden Komplikationen. Während des Eingriffs kann es zur Verletzung von Blutgefäßen kommen, die entweder eine akute Blutung oder die spätere Ausbildung eines Blutergusses zur Folge haben (oder beides). Sehr wichtig ist das sterile Arbeiten während der Operation, um ein Eintreten von Keimen zu verhindern. Krankheitskeime können zu einer verzögerten Wundheilung oder der Ausbildung von Eiter im Bereich der Portkammer führen; auch in das Portsystem mit dem Katheter können Keime gelangen und eine spätere Infektion bewirken. Je nach Operationsmethode kann auch eine Verletzung des Rippenfells mit nachfolgendem Pneumothorax  (Lungenkollaps) auftreten. 

 

Die spätere Benutzung des Portsystems erfordert sterile Bedingungen, um zu verhindern, dass durch die Handhabung Krankheitskeime eingeschleust werden. Portinfekte sind die häufigste Komplikation; sie werden zunächst durch Gabe von Antibiotika über den Port behandelt; hilft das nicht, muss der Port entfernt werden. Auch Portkatheterverschlüsse durch zurücklaufendes Blut sind relativ häufig. Wenn es nicht gelingt, den Katheter durch Spülung oder Medikamente wieder zu öffnen, erfolgt ebenfalls die operative Entfernung. Falls im Katheterverlauf innerhalb der Vene eine Thrombose auftritt, muss Blutverdünnung verabreicht werden; der Port selbst ist meist trotzdem benutzbar,

Trotz der beschriebenen Risiken sind Portsysteme heute unverzichtbar, da sie eine weitgehend sichere Gabe der Chemotherapien ermöglichen. Die Verabreichung über die Armvenen birgt das Risiko, dass das Medikament in das umgebende Gewebe eindringt und dort - bei einigen Chemotherapeutika - ein Absterben der Hautzellen bewirkt (Hautnekrose).

 

Ich selbst habe in der Klinik für Tumorbiologie zwischen Januar 1996 und Februar 2014 2615 Portsysteme eingepflanzt. Unterstützung hatte ich durch ein kleines, gut eingearbeitetes Team von Pflegekräften. Wir haben unsere Ergebnisse in regelmäßigen Abständen überprüft und - da sie im Vergleich mit anderen veröffentlichten Ergebnissen ungewöhnlich gut waren - sie auch auf großen Krebskongressen vorgestellt. Unsere These ist, dass die große Erfahrung eines kleinen Teams ein ganz wichtiger Faktor für die erfolgreiche Portimplantation ist.

© 2017 Kirstins Weg - Verein zur Förderung der Krebsmedizin e.V., Kirstin Diehl-Stiftung