Darmkrebs

Deutsche Krebshilfe gibt Tipps zur Vorsorge und Früherkennung


Darmkrebs ist mit rund 73.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine der häufigsten Krebskrankheiten in Deutschland. Experten gehen davon aus, dass durch eine gesunde Lebensweise rund ein Viertel aller bösartigen Darmtumore vermieden werden könnte. Die Gesetzlichen Krankenkassen bieten daher allen Versicherten ab 50 Jahren kostenlose Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchungen an.

Darmspiegelung

Erfreuliche Zwischenbilanz
Deutlich weniger Darmkrebsfälle durch Vorsorge


Seit Oktober 2002 ist die Darmspiegelung Bestandteil des deutschen gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zogen nun Zwischenbilanz: Bundesweit wurden in den Jahren 2003 bis 2010 fast 100000 Fälle von Darmkrebs durch Teilnahme an dem Programm verhütet und weitere knapp 50000 Fälle in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt.

Wie lässt sich das Risiko von Darmkrebs senken?

Körpereigene Ressourcen spielen eine wichtige Rolle


Dr. med. Jann Arends

Auch wenn es keinen 100-prozentigen Schutz gegen Darmkrebs gibt, das Risiko lässt sich deutlich beeinflussen. Darmkrebs ist eine typische Erkrankung der westlichen Lebenswelt; und die Häufigkeit ist europaweit in Deutschland am höchsten. Zwar ist bislang noch nicht völlig klar, was jeder Einzelne für sich und was sich in der Gesellschaft ändern müsste. Vieles spricht jedoch dafür, dass besonders im Herzen Europas der Lebensstil der Menschen zu arm ist an Aktivität und körperlicher Anstrengung, dass zu wenig Gemüse und andere pflanzliche Nahrung gegessen werden und dass das Korsett von Regeln und Zwängen zu eng ist und das Gefühl für die Vitalität des Körpers verloren zu gehen droht.

Bessere Chancen durch zielgerichtete Medikamente

Die aktuelle Therapie bei fortgeschrittenem Darmkrebs


PD Dr. med. Klaus Mross

Bei etwa 20 Prozent der von Darmkrebs Betroffenen ist der Tumor bereits bei Diagnosestellung metastasiert (Stadium IV), bei 80 Prozent ist er noch lokal begrenzt (Stadien I-III). Bei nicht-metastasierten Patienten besteht die Therapie aus einer Operation, bei Patienten mit Lymphknotenbefall zusätzlich aus einer adjuvanten Chemotherapie. Diese wird über ein halbes Jahr durchgeführt und vermag das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung zu reduzieren. Trotzdem erleiden nach zehn Jahren rund zehn Prozent der Patienten im Stadium I (günstigstes Stadium), rund 25 Prozent aller Patienten im Stadium II und 40 Prozent aller Patienten im Stadium III einen Rückfall (Rezidiv). Ist die Krankheit fernmetastasiert (in andere Organe wie zum Beispiel Leber und/oder Lunge), dann ist eine Heilung nur in Ausnahmefällen möglich.

Stoma- und Wundversorgung nach Darmkrebs Operation

Fachkundige Unterstützung für Betroffene und Angehörige


Ursula Preuß, GKP Onkologie, Zertifizierte Stomaberaterin

Das Dickdarmkarzinom lässt sich mit verschiedenen Therapien behandeln. Die operative Entfernung des Tumors gehört neben der Chemotherapie und der Bestrahlung zur Standardtherapie. Je nach Lage und Größe des Tumors wird die Anlage eines Stomas (operativ angelegter Darmausgang) nötig. Dies wird entweder zur Entlastung des Operationsgebietes am Enddarm vorübergehend, also für eine begrenzte Zeit, oder bei kompletter Entfernung des Schließmuskels dauerhaft angelegt.

„Geheilt“ heißt nicht immer „gesund“

Rehabilitation zielt auf die Behandlung körperlicher und seelischer Folgen der Darmkrebstherapie


Dr. med. Dipl. Psych. Andreas Mumm

Zwar ist in Deutschland Darmkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung, aber es gibt positive Signale. Die Heilungsraten in Europa stiegen von 42 Prozent Ende der 80er-Jahre auf immerhin 49 Prozent Ende der 90er-Jahre.

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