Studie Komplementärmedizin

Anti-Hormontherapie
Natürliche Mittel bei Hitzewallungen und menopausale Beschwerden


Barbara Riess

Viele Brustkrebspatientinnen, die sich einer anti-hormonellen Therapie unterziehen müssen, leiden unter ausgeprägten klimakterischen Beschwerden. Im Vordergrund stehen meist Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Zusätzlich klagen die Betroffenen häufig über Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit sowie über körperliche und geistige Erschöpfung. Im Rahmen einer Studie wird derzeit an der Klinik für Tumorbiologie untersucht, welche komplementärmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten gegen diese Beschwerden eingesetzt werden können.

„Eine Screening-Untersuchung mit 268 Brustkrebspatientinnen in der Reha- Klinik der Klinik für Tumorbiologie ergab, dass 41 Prozent von ihnen unter schweren menopausalen Beschwerden leiden“, so Prof. Hans Helge Bartsch, Ärztlicher Direktor an der Klinik für Tumorbiologie. Dabei sei das erhebliche Auftreten von Nebenwirkungen unter der antihormonellen Therapie bei Brustkrebs einer der Hauptgründe dafür, dass viele Patientinnen die Therapie abbrechen.

studie komplementaermedizinUm Linderung zu erfahren, suchen viele Frauen nach komplementären Therapiemöglichkeiten. Nicht selten wird auf die sogenannten Phytoöstrogene aus Soja oder Rotklee zurückgegriffen. Bekannt sind auch Präparate mit dem Wirkstoff der Traubensilberkerze. Aus der Pflanzenheilkunde stammen unter anderem Therapieoptionen mit Salbeiblätter-Tee, Baldrian, Melisse oder Johanniskraut.

Für Frauen, die in der Komplementärmedizin Hilfe suchen, gibt es aufgrund der bislang unbefriedigenden Studiensituation lediglich Behandlungsempfehlungen. Und diese basieren in der  Regel auf erfahrungsheilkundlichen Wissen.

Ziel des Projektes ist es, den wissenschaftlichen Kenntnisstand systematisch zusammen zu fassen. Auf dieser Grundlage werden Behandlungsempfehlungen erstellt, die zum einen auf den bis heute durchgeführten wissenschaftlichen Untersuchungen beruhen. Zum anderen berücksichtigen diese Behandlungsempfehlungen die klinischen Erfahrungen, welche verantwortlich tätige Behandler im Bereich Phytotherapie und Komplementärmedizin sammeln konnten. Darüber hinaus sollen weiterführende Studien zur Effektivitätsprüfung ausgearbeitet werden.

Die wissenschaftliche Leitung des Forschungsprojektes haben Prof. Dr. med. Hans Helge Bartsch, Ärztlicher Direktor der Klinik für Onkologische Rehabilitation und Nachsorge und Prof. Dr. phil. Joachim Weis, Leiter der Abteilung Psychoonkologie an der Klinik für Tumorbiologie Freiburg, Projektmitarbeiter ist Dr. med. Johannes Naumann.


Barbara Riess, M.A.
Öffentlichkeitsarbeit
Klinik für Tumorbiologie

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