Trotz langer und reger Forschungsaktivitäten tappen wir mit Erklärungsversuchen zur Entstehung von Krebs oft noch im Dunkeln. Allein die Erfahrung und die gut dokumentierte Beobachtung zeigen aber, dass die Krebshäufigkeit weltweit schwankt, sich im Verlauf von Jahrzehnten ändert und dass Unterschiede im Lebensstil mit Unterschieden im Krebsrisiko im Zusammenhang stehen. Seit langem gibt es deshalb Bemühungen, gesunde, vor Krebs schützende Faktoren zu definieren und in leicht verständliche Empfehlungen zur Krebsprophylaxe zu übersetzen. Der wichtigste Einzelfaktor in der Krebsförderung ist das Rauchen. Es wird geschätzt, dass ein völliger Verzicht auf das Genussgift Nikotin ein Drittel aller Krebsfälle verhindern könnte. Uns allen ist bekannt, dass zu lange und zu heftige Sonnenbestrahlung das Risiko für schwarzen Hautkrebs (Melanom) fördert. Einige chronische Viruserkrankungen fördern das Krebsrisiko, zum Beispiel am Gebärmutterhals (Papillomaviren, HPV) und in der Leber (Hepatitisviren B und C), und sollten vermieden oder konsequent behandelt werden.

wie laesst sich krebs verhindernGibt es darüber hinaus noch weitere Risiken in unserem täglichen Leben? Das internationale Forschungsnetzwerk WCRF (World Cancer Research Fund, Weltkrebsforschungsfond) widmet sich ausschließlich der Forschung und Aufklärung auf dem Gebiet der Krebsprävention und genießt besonders in wissenschaftlichen Kreisen einen überaus guten Ruf. Vor zehn Jahren analysierte ein hochkarätig besetztes WCRF-Expertengremium erstmals alle weltweit verfügbaren Daten zum Schutz vor Krebs und publizierte einen Bericht mit den damals aktuellen Ernährungsempfehlungen. Diese Datenanalyse wurde nun wiederholt und um die seit 1997 veröffentlichten Erkenntnisse ergänzt.

Die wirkliche Neuigkeit ist dabei, dass einfache Faktoren unseres Lebensstils von ganz entscheidender Bedeutung für den Schutz vor Krebs sind: das Körpergewicht, die tägliche körperliche Aktivität, der Energiegehalt und das Verhältnis von pflanzlichen zu tierischen Lebensmitteln und schließlich die Menge des genossenen Alkohols. Diese Faktoren scheinen nicht nur das Krebsrisiko, sondern auch das Risiko für ein Krebsrezidiv zu beeinflussen. Die einfache aber wirkungsvolle Empfehlung lautet deshalb: Übergewicht vermeiden, täglich sportlich bewegen, energiearme Pflanzenprodukte essen, Fleisch, Wurst und Alkohol reduzieren oder ganz darauf verzichten.

Risiko für Krebs

  • hohes Körpergewicht
  • wenig Bewegung
  • energiereiche Lebensmittel
  • wenig Gemüse und Obst
  • viel tierische Produkte (Fleisch)
  • viel Alkohol, Nikotin

Schutz vor Krebs

  • niedrig/normales Körpergewicht
  • täglich 30 bis 60 Minuten anstrengende Aktivität
  • energiearme Lebensmittel
  • viel Gemüse und Obst
  • wenig tierische Produkte (Fleisch)
  • wenig Alkohol, kein Nikotin

 

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Dr. med. Jann Arends
Oberarzt, Klinik für Tumorbiologie

 

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