Lange Zeit wurde dieses Phänomen nicht verstanden und weitestgehend ignoriert. Heute weiß man, dass die erhöhte Widerstandsfähigkeit vor allem auf einer Aktivierung pflanzlicher Resistenzmechanismen und der damit einhergehenden vermehrten Bildung bioaktiver Substanzen beruht. Hierzu zählen vielfältigste sekundäre Pflanzenstoffe, wie diverse Geschmacks-, Aroma-, Duft- und Farbstoffe sowie unterschiedlichste Ballaststoffe und die darin eingebundenen Mineralien.

Experten schätzen, dass es mehr als 100.000 verschiedene bioaktive Substanzen in Pflanzen gibt. Eine ganze Reihe dieser Substanzen schützen nicht nur die Pflanze vor Krankheit sondern fördern auf unterschiedlichste Weise auch unsere Gesundheit.

Pflanzenstoffe als Arzneimittel

Bekannte Beispiele sind die ubiqitär vorkommende Salicylsäure, das Resveratrol im Rotwein, Senfölglykoside im Meerrettich, die Sulfide in Knoblauch und Zwiebel, Terpene wie das Citral in der Zitronenmelisse oder das Lykopin in Tomaten. Für viele dieser Pflanzeninhaltsstoffe konnten in den letzten Jahren günstige Wirkungen auf Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Verdauungsprozesse nachgewiesen werden. Außerdem wirken bioaktive Stoffe entzündungshemmend, antibiotisch, antibakteriell sowie antiviral und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und senken das Risiko, an Krebs zu erkranken.

Natürlich gestärkte Abwehr

Gemeinsam mit Forschern des Weinbauinstituts Freiburg und der Uni Tübingen konnten wir in den letzten Jahren zeigen, dass pflanzliche Resistenzmechanismen durch eine ganze Reihe natürlicher Wirkstoffe nachhaltig aktiviert und so der Gehalt der Pflanzen an bioaktiven Inhaltsstoffen deutlich gesteigert werden kann. Entsprechend erhoffen wir uns von dieser Form des Abwehr stärkenden, umweltschonenden Pflanzenschutzes nicht nur, dass sich Pflanzen selbst besser gegen Krankheitserreger schützen können, sondern auch, dass die Nahrungsmittelqualität im Sinne einer nachhaltigen Gesundheitsförderung zukünftig deutlich verbessert wird.

Bioaktive Pflanzenstoffe
Viele unserer Gemüse und Obstarten enthalten Pflanzenstoffe die Medikamenten ähnliche Wirkung entfalten. Ein spannendes Thema bei Prophylaxe und Therapie auch von Tumor-erkrankungen.

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