Natürliche Pflegemethoden

Olive – ein altes Hautmittel

Balsam für rissige Haut und trockenes Haar


Melanie Kuster, Gesundheits- und Krankenpflegerin

3 11 natuerliche pflegemethoden01Die Geschichte des Olivenbaums (Olea europea) reicht bis weit in die Antike. Er wurde von je her als Lieferant von hochwertigen Nahrungsmitteln (Oliven, Olivenöl), Viehfutter (Blätter), Rohstoffen (Olivenholz), als Basis für Kosmetika (Öl) und als Heilpfl anze (Öl, Blätter) genutzt. Ölbaumzweige gelten bis heute als Symbol des Friedens. So wird die Friedenstaube mit einem Olivenzweig im Schnabel abgebildet und auch auf der Flagge der UNO umrankt ein Olivenzweig die Weltkugel. Der immergrüne Olivenbaum gedeiht im mediterranen Klima. Er kann rund 1000 Jahre alt werden und trägt auch im hohen Alter noch Früchte. Durch seine bis zu sechs Meter tiefen Wurzeln ist er gut gegen Trockenheit gewappnet. Blütezeit ist von April bis Mai. Während der Reifezeit färben sich die Oliven von grün bis schwarz. Geerntet werden die Früchte – je nach Region – von Ende Oktober bis Mitte März.

Aus dem Fruchtfleisch und dem Kern der Oliven wird das Öl gepresst, dessen Farbton von goldgelb bis grün variiert und im ungefilterten Zustand trüb sein kann. Für höchste Qualität steht natives Olivenöl extra, das aus erster Pressung stammt und ohne Temperatureinwirkung schonend hergestellt wurde. Wegen seiner mehrfach ungesättigten Fettsäuren wird Olivenöl von Ernährungswissenschaftlern empfohlen und hat längst auch in die Küchen der nördlicheren Breitengrade Einzug gehalten. Das phytotherapeutische Einsatzspektrum von Olivenöl ist vielfältig. Dank seiner antioxidativen Eigenschaften schützt es die Haut vor schädlichen Sonnenstrahlen, wirkt schmerzlindernd, pfl egend und heilend. Es weicht Schorf und Krusten auf und wird deshalb zur Haut- und Haarpfl ege bei Schuppen ebenso eingesetzt wie bei trockener und rissiger Haut. Bei Verspannungen wirkt es durchwärmend. Gern wird Olivenöl auch als Basis zum Beispiel bei der Herstellung von Johanniskrautöl oder anderen Ölmischungen verwendet sowie in Emulsionen, Lotionen und für Haut- und Haarpflegemittel.

Innerlich eingenommen lindert das Olivenöl den übersäuerten Magen, wirkt leicht abführend, dient der Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen, regt die Gallentätigkeit an und ist leicht Blutdruck und Cholesterin senkend. Weniger bekannt ist, dass auch die Blätter des Olivenbaums Heilkräfte bergen. Bereits Hildegard von Bingen verschrieb ihren Patienten Olivenblättertee bei Magenverstimmungen und Verdauungsbeschwerden. Die Volksheilkunde schätzte ihn bei der unterstützenden Behandlung bei Bluthochdruck.

Melanie Kuster
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Klinik für Tumorbiologie

 

Olivenblättertee

1 TL getrocknete Olivenblätter in 150 ml kaltem Wasser zum Kochen bringen, 5 Minuten ziehen lassen, abgießen.

Als Teekur: 2 mal 4 Wochen im Jahr, täglich 1 Tasse. Keine Daueranwendung!

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