Wohlfühldüfte oder Gesundheitsrisiko?

Zum Potential ätherischer Öle - Aromapflege in der Onkologie

Alexandra Kammerer, Pflegeexpertin für Phyto- und Aromapflege, Pflegepädagogin BA

Im Alltag kommen wir ständig mit Düften in Kontakt. In der Kosmetik sind sie nicht wegzudenken aber auch bei Reinigungs-, sowie in Lebensmitteln und auch zur Geschmacksverbesserung von Arznei werden Düfte verwendet. Nicht immer handelt es sich dabei um Naturstoffe. Der Überfluss an Beduftung, v.a. mit synthetischen Inhaltstoffen fördert bei immer mehr Menschen allergische Reaktionen. Einige Inhaltstoffe können sogar die Keimdrüsen schädigen oder krebserregend sein. Künstliche Düfte können im Körper nicht vollständig abgebaut werden und reichern sich an. Dabei haben natürliche ätherische Öle hingegen auch viel Positives zu bieten.

Der Grund dafür liegt darin, dass diese eine völlig andere stoffliche Zusammensetzung haben. Fachgerecht angewendet können sie die Haut pflegen, unterstützen das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte, können vitalisieren oder beruhigen, Befindlichkeitsstörungen und Schmerzen lindern, den Schlaf fördern, Keime hemmen und einiges mehr. Unter Aromapflege verstehen wir den gezielten Gebrauch von naturreinen Pflanzenölen, um Gesundheit und Wohlbefinden im körperlichen, geistigen und seelischen Bereich zu fördern. Diese Form der komplementären Pflegemethoden erfolgt entweder über die Haut z.B. als Einreibung, Waschung oder Wickel oder inhalativ z.B. mittels eines Dufttuches. Gute naturreine Qualität der verwendeten Öle ist dabei nur ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Anwendung, ein weiterer ist die Analyse zur Indikation und Kontraindikationen, aber auch die Beachtung der Haltbarkeitszeit u.a.

Einige Beispiele für den Einsatz von ätherischen Ölen in der KTB:

  • 4 Tropfen ätherisches Rosmarinöl in 1 Eßl. Sahne emulgieren und einem Fußbad zusetzten bspw. bei
    Fatigue oder Frühjahrsmüdigkeit. Bei Bluthochdruck darf ätherisches Rosmarinöl nicht im Vollbad verwendet werden.

  • 1-2 Tropfen ätherisches Lavendelöl in 1 Eßl. Erdnussöl geben und für eine Körperwarme Ölauflage bspw. bei Schlafstörungen anwenden. Dazu ist von Bedeutung, dass der Duft als angenehm empfunden wird.

  • 2-3 Tropfen ätherisches Orangenöl auf ein Taschentuch träufeln und als Dufttuch benutzen bspw. bei Stimmungstiefs. Kontraindikation ist eine Allergie gegen Zitrusfrüchte. Ätherisches Orangenöl darf nicht pur auf der Haut gebracht werden, es könnte diese reizen.

  • 1 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl am Haaransatz im Nacken und an den Schläfen bei Kopfschmerzen einmassieren. Einmal nach 30 Minuten wiederholen. Bei Kleinkindern darf kein Pfefferminzöl verwendet werden.

 

Kammerer Bild kleinWickel und Auflagen sind wichtige komplementäre Pflegemaßnahmen 

                                                                                        Links im Bild: Alexandra Kammerer, GKP

 

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